Wehrhafte Demokratie – Resilienz, Sicherheit, Verteidigung Was Verschwörungstheorien anrichten und was wir dagegen tun können

  • Termin in der Vergangenheit
  • Montag, 22. Juni 2026, 18:15 - 19:45 Uhr
  • Aula der Alten Universität
    • Prof. Dr. Michael Butter

Verschwörungstheorien können mit menschenfeindlichen Vorstellungen wie Antisemitismus und Rassismus verknüpft sein. Sie können zu Radikalisierung und Gewalt führen und das Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse beschädigen. Doch zum einen sind nicht alle Verschwörungstheorien gleichermaßen gefährlich, und zum anderen sollten auch problematische Verschwörungstheorien als Symptome für reale Sorgen und Nöte verstanden werden. Maßnahmen gegen Verschwörungstheorien sollten deshalb einerseits differenzieren und nicht in Alarmismus verfallen und andererseits nicht nur auf der Ebene der Verschwörungstheorien selbst, sondern auch bei deren Ursachen ansetzen.

Michael Butter
Michael Butter ist seit 2014 Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Tübingen. Er promovierte 2007 an der Universität Bonn und habilitierte sich 2012 an der Universität Freiburg. Er ist Autor von sechs Monografien: The Epitome of Evil: Hitler in American Fiction, 1939–2002 (New York: Palgrave, 2009), Plots, Designs, and Schemes: American Conspiracy Theories from the Puritans to the Present (Berlin/Boston: de Gruyter, 2014), Der »Washington-Code«: Zur Heroisierung amerikanischer Präsidenten, 1775–1865 (Göttingen: Wallstein, 2016), „Nichts ist, wie es scheint“: Über Verschwörungstheorien (Berlin: Suhrkamp, 2018), eine für ein breites Publikum bestimmte Einführung in Verschwörungstheorien, die ins Polnische, Portugiesische und Englische übersetzt wurde als The Nature of Conspiracy Theories (London: Polity, 2020), From Panem to the Pandemic: An Introduction to Cultural Studies (Tübingen: Narr, 2023), ein Lehrbuch für Studienanfänger, und Die Alarmierten: Was Verschwörungstheorien anrichten (Berlin: Suhrkamp, 2025).

Ruperto Carola Ringvorlesung SoSe26

Alle Termine der Veranstaltung 'Ruperto Carola Ringvorlesung Sommersemester 2026'

Wehrhafte Demokratie – Resilienz, Sicherheit, Verteidigung

Demokratien stehen heute vor vielschichtigen Herausforderungen: Populistische Bewegungen gewinnen an Einfluss, Verschwörungstheorien untergraben das Vertrauen in Institutionen, und die Frage, wie sich freiheitliche Gesellschaften gegen ihre Feinde schützen können, ist drängender denn je.

Die Ruperto Carola Ringvorlesung im Sommersemester 2026 beleuchtet das Spannungsfeld zwischen demokratischer Offenheit und notwendiger Wehrhaftigkeit aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven.

Wie gefährdet populistischer Radikalismus demokratische Grundwerte? Welche historischen Parallelen lassen sich zur gegenwärtigen Krisenstimmung ziehen? Und welche konkreten Strategien können die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft nachhaltig stärken?

Von den verfassungsrechtlichen Grundlagen der wehrhaften Demokratie bis hin zum Umgang mit Desinformation laden die Vorträge dazu ein, gemeinsam über die Zukunft unseres demokratischen Zusammenlebens nachzudenken.